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Gießenschutz

Wie können Gießen geschützt werden?

(eine Empfehlung der AGL zum Gießenschutz)

Eutropierung und Verlandung sind natürliche Gefahren für alle Gießen. Beides kann nicht verhindert werden. Durch sogenannte „kleine Maßnahmen“ kann man aber erreichen, dass die Eutrophierung und die Verlandung langsamer fortschreitet.

Kleine Maßnahmen:

Freimachen des Abflusses, Entfernen von Verhau und Sperren, die das Abfließen des Quellwassers verhindern. Bootsfahrer können dazu viel beitragen! Verengte oder gestaute Abflüsse können den Gießen in vielerlei Hinsicht Schaden zufügen: Erhöhung des hydrostatischen Drucks, Verlangsamung der Fließgeschwindigkeit und dadurch Absetzen von Sediment, Verlandung .

Entfernen von Totholz aus den Gießen. Am Totholz bleibt Schwemmgut hängen und es bilden sich schneller Verlandungen.

Auslichtung des Ufers
durch das Entfernen von Büschen und Bäumen, vor allem wenn sie zu nahe am Gewässer stehen. Dadurch wird der Eintrag von abgefallenen Blättern reduziert und ein gleichmäßiger Durchfluss erreicht, was wiederum den Nährstoffeintrag verringert.

Große Maßnahmen

Verlandung und Eutrophierung können auf die Dauer nicht verhindert werden. Die regulierende Wirkung der Hochwasser fehlt, wie es sie vor der Rheinbegradigung gab. Damals wurden die Gießen regelmäßig „durchgeputzt“. Heute muss der Mensch massiv eingreifen, um die Gießen zu retten oder zu revitalisieren.

Kein Gießen ist mehr intakt.

Jeder Gießen ist mehr oder weniger geschädigt, die Mehrheit ist schon in einem Zustand, der nichts mehr mit dem Ökosystem Gießen zu tun hat.

Abflussröhren entfernen.

Abflüsse sind oft in Röhren kanalisiert. Diese Röhren verstopfen sehr leicht. Sie sollten entfernt werden und duch einen breiteren Einschnitt im Damm ersetzt werden.

Schlammbänke entfernen.

Schlammbänke (Verlandungen) entwickeln sich durch Bewuchs schnell zu unüberwindlichen Hindernissen im Gewässerlauf. Sie können weggeschoben, abgebaggert oder abgesaugt werden.

Bau von Schutz- und Leitdämmen.

Das Eindringen von eutrophiertem Wasser kann durch den Bau von Dämmen verhindert werden. Eutrophiertes Wasser kann auch vom Abfluss her eindringen, wenn zum Beispiel der Altrheinzug Hochwasser führt oder durch Eindringen von Kehrwasser. Durch Leitdämme am Abfluss kann diese Gefahr verringert werden.

Durchspülen von Gießen mit starker Wasserströmung.

Durch geschickte Planung und Baumaßnahmen könnten möglicherweise in den geplanten Poldern einzelne Gießen durchspült werden. In den meisten Fällen sehen wir dabei aber ernst zu nehmende Gefahren. Zwar ist das Einleiten großer Wassermengen kein Problem. Allerdings bilden Verbreiterungen des Wasserlaufs Sedimentfallen, in denen sich die starke Strömung abschwächt und sich dadurch Sediment ablagert.

Sanierung und Revitalisierung.

Wenn ein Gießen schon stark geschädigt ist helfen nur noch gravierende Maßnahmen. Im Prinzip muss das Sediment bis auf die Kiesschicht abgetragen und entfernt werden. Ist dies geschehen, sprudeln die Quellen wieder und schon im Zeitraum von einem Jahr ist die Flora und Fauna des Gießens wieder hergestellt.

Als beste Methode hat sich das Absaugen erwiesen. Der Vorteil ist, dass auch feinstes Sediment, das die Schaufel eines Baggers nicht aufnehmen kann, abgesaugt wird. Der abgesaugte Schlamm kann mittels einer Rohrleitung zum Schlammlager gepumpt werden.

 


Beispiel für eine Revitalisierung


Verfahren: Absaugung mit Saugbagger

Es wird eine durchgehende Rinne hergestellt, unter Einbeziehung der bestehenden Quellbereiche. Die Faschine Nord wird so gebaut, dass Schlammeintrag durch Kehrwasser verhindert wird (Leitdamm). Im Süden wird ein Teil des verlandeten Giessens wieder revitalisiert.

Voraussetzung:

Zuerst müsste eine Zufahrtsmöglichkeit geschaffen werden mit der Breite des Pontons des Saugbaggers. Die Engstelle am Damm muss erweitert werden. Außerdem müssen die Bäume im Wasser entfernt werden. Auf den Faschinenbau im südlichen Teil könnte man verzichten, wenn man das Schlammlager in einigem Abstand im Wald anlegen könnte.


Rote Linie: Schlut
Blaue Linie: Grenze des Giessens 
Gepunktete Linie: Faschinenverlauf
Braune Flächen: Schlammlagerstätten
Blaue Flächen: Absaugungsflächen bis auf Kies

 

Eberhard (Ted) Bohn
Paul Munzinger
Dr. Klaus Rudolph

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